Behörden (Teil 3)
Dienstag 11. April 2006 von Bruno Ulrich
Zurück in Europa möchte ich den Schluss meiner VISA-Geschichte doch noch erzählen. Wie in Teil 2 nachzulesen ist, wurde ich von einem defekten Computer vorläufig gestoppt. Als ich am 15. Februar erneut vor Herrn Senghor erschienen bin und mit Freude festellen konnte, dass der Computer funktioniert, wurde ich gefragt wann ich das Schreiben abgegeben habe. Ohne lange nachzuschauen wurde mir erklärt, dass das schon lange her sei und er für die alten Schreiben nicht verantwortlich sei. So kam es, dass ich bei einem Herr landete, welchen ich schon recht gut kannte. Der Kreis war geschlossen da ich genau wieder in dem Büro stand, wo ich am 26.1. das erste mal nach meinem Schreiben gefragt habe.
Der nette Herr nahm sich diesmal auch die Zeit einen Stapel mit rund 100 offenen Gesuchen in aller Seelenruhe durchzuschauen und nach meinem Schreiben zu suchen. Als ein paar Minuten später das letzte Gesuch angeschaut worden war und das Schreiben von Bruno Ulrich, Cambérène II; N° 172 noch immer nicht aufgetaucht war, schaute Monsieur auf und sage, das Schreiben sei irgendwo im Kreislauf und sobald es behandelt sei, werde es mir per Post zugestellt.
Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie einen Zustellbeamten gesehen hatte und mir schon bewusst war, dass ich das Schreiben nie auf diesem Weg erhalten werde, habe ich zwei Wochen später den senegalesischen Weg eingeschlagen. Ich habe mit einem Studienkollegen von François, welcher im Innenministerium arbeitet, Kontakt aufgenommen. Zusammen gingen wir dann zu seinem Chef (der arbeitet in einem ganz anderen Departement) von wo aus wir bei der VISA-Abteilung vorbei gingen. Herr KEBE (der Chef meines Vermittlers), mein Vermittler und ich standen nun also in den Räumen in welchen ich schon so oft war. Die Senegalesen unterhielten sich kurz auf Wolof miteinander und schlussendlich verliessen wir das Büro wieder und mir wurde mitgeteilt, dass alles in Ordung sei und ich locker mit meiner Nr. 1095 durchs Land reisen könne und das die Ausreise mit dieser Nummer auch kein Problem darstelle. Zur Sicherheit frage ich noch nach der Telefonnummer von Kebe und so verliess ich das letzte mal das Innenministerium. 8 Besuche, viele verschiedene Büros und Beamte um schlussendlich gleich weit zu sein wie vor meinem Sturmlauf ins Innenministerium.....
Als ich am Flughafen an den Zoll kam, schaute mich der Zollbeamte ganz misstrauisch an. Ich erklärte die Kurzversion meiner VISA-Geschichte und zückte meine Nummer 1095. Den Austrittsstempfel kriegte ich zwar nicht in meinen Pass gedrückt aber sonst lief alles wie es sollte.



