...und plötzlich wars dunkel


Sonntag 5. März 2006 von Bruno Ulrich

Der März hat hier in Dakar mit einer grossen Benefizveranstaltung begonnen. Eine norgwegische NGO hat am 1. März das grösste Konzert aller Zeiten im Senegal organisiert, wo wir natürlich auch mit dabei waren. Angefangen hat der Event mit einem Freundschaftsspiel zwischen den Fussballnationalmannschaften vom Senegal und Norwegen, wo sich die senegalesische Elf mit 2:1 durchsetzen konnte. Als sich das Spiel schon in der Nachspielzeit befand wurden die norwegischen Gäste mit dem senegalesischen Alltag konfrontiert: Stromausfall! Das Stadtion Léopold Senghor, die Spieler und die 50’000 Zuschauer standen in absoluter Dunkelheit. Statt einer Panik war die Reaktion der Leute gelassen und alle nahmen das Mobiltelefon aus den Taschen und beleuchteten mit dem Display die Ränge. Unterdessen fuhr ein Feuerwehrauto auf den Rasen und beleuchtete den norwegischen Spielern den Weg zu dessen Spielerbank. Nach 4 Minuten war der Spuk vorbei und die verbleibenden 2 Minuten wurden noch gespielt als wäre nichts geschehen.

Nach dem Spiel blieben alle sitzen und schauten zu, wie die letzten Vorbereitungen für das Konzert getroffen wurden. Die Idee, den Rasen mit leichten Matten abzudecken, war gut gedacht, jedoch erschwerte der Wind dieses Vorhaben, so dass sich das ganze Stadion darüber amüsierte wie die Helfer versuchten die Matten auszulegen und diese immer wieder vom Winde verweht wurden.

Plötzlich ging es ganz schnell und irgendwie war das halbe Stadion unten auf dem Rasen und das Konzert konnte beginnen. A-ha, Alpha Blondy, Angelique Kidjo, Lauryn Hill, Youssou N’Dour und viele andere norwegische und senegalesische Köpfe liessen das Stadion bis in die frühen Morgenstunden beben.

Es wäre natürlich nicht der Senegal, wenn es da nicht noch eine kleine Geschichte am Rand gäbe. Anders als an vielen anderen Grossanlässen, gab es diesmal keine grösseren Streitereien und es flogen auch keine Steine durchs Stadion. Die einzige Keilerei fand zwischen dem Sicherheitspersonal für dieses Konzert und dem senegalesischen Militär statt. Die Soldaten, alle in Uniform aber ausser Dienst, befanden sich hinter der Bühne im VIP-Bereich, wo sie nichts zu suchen hatten. Als das Sicherheitspersonal diese rauswerfen wollte, gab es am Rande des Konzertes eine kleine Keilerei zwischen den Leuten die eigentlich für die Sicherheit der Leute verantwortlich sind, diese legte sich aber bald mal.

Als Jona und ich später nach einer kurzen Verpflegung den Weg ins Stadion zurück suchten, standen wir plötzlich völlig unkontrolliert hinter der Bühne im VIP-Bereich, zum Glück trugen wir keine Uniform.....

Album mit 1 Bildern.

Das Stadion von Dakar - 44.5 kB
Das Stadion von Dakar