Verkehr in Dakar
Sonntag 26. Februar 2006 von Bruno Ulrich
Wer meine Fahrkünste kennt und aus Sicherheitsgründen nicht in ein Auto sitzt an dessen Steuer ich sitze, hätte wohl mit dem senegalesischen Transportmitteln grösste Mühe. Für den europäischen Geschmack gibt es für den Verkehr hier wohl nur eine Bezeichnung: CHAOS!
In der Tat wird hier in Dakar auf der Strasse um jeden Zentimeter gekämpft, was oft dazu führt, dass an einer Kreuzung oft in alle Richtungen der Weg versperrt bleibt. Bei einem Stau wird rechts neben der Strasse überholt um sich dann weiter vorne irgendwie wieder auf die Strasse zu zwängen. Das ganze Bild wird durch alle möglichen Transportmittel abgerundet was einen Vergleich mit den Verhältnissen in der Schweiz verunmöglicht.
Da gibt es zum Beispiel Pferdekarren mitten in der Strasse welche oft für Materialtransporte verwendetet werden. Weiter findetet man Clandos, welche für einen fixen Preis immer die gleiche Strecke befahren. Persönlich mag ich diese wirklich sehr gerne weil sie sehr alt und eine gewisse Nostalgie verstreuen. Gewisse Clandos sehen so alt und schäbig aus, dass man echt nicht mehr damit rechnen könnte dass die noch fahren. Nach meiner Erfahrung hier, ist ein Auto sowieso erst dann defekt wenn die Hupe nicht mehr funktioniert. In der Tat ist die Hupe an einem Auto das wichtigste Element, welches dann auch bei jeder Gelegenheit (Vorsicht ich will vorbeifahren, zum im Stau zu stehen habe ich keine Lust, Toubab ich bin ein Taxi, Hallo Bekannter, ich fahr an Dir vorbei, habe jetzt Lust einfach zu hupen, ...) benutzt wird. Es werden dann auch alle möglichen Töne ins Auto eingebaut, da eine einfaches "Tuut Tuut" nicht ausreicht.
Natürlich kennt Dakar auch ein Bussystem. Die hellblau-gelben Busse bringen die Leute von den Vororten ins Stadtzentrum. In Stosszeiten sind die oft so vollgestopft, dass ein Umfallen unmöglich wäre aber trotzdem noch mal zehn Personen aufgenommen werden. Ausser beim Einsteigen, wo sich jeder am nächsten ist, herrscht in diesen Bussen eine grosse Hilfsbereitschaft und so werden Geld und Billete durch den Bus gereicht bis alle ein Ticket haben. Nebst diesen DDD-Bussen gibt es auch noch die blau-gelben "Car Rapid" welche schön bemahlt und geschmückt sind. Die "Car Rapid" sind nicht an die Linien der DDD gebunden, sondern fahren zum Teil willkürlich ein bisschen in der Gegend rum. Ein "Apprenti" im hinteren Teil des Busses schreit dann jeweils wo es hingeht und nach ein bisschen Nachfragen, kommt man evt auch dort an wo man eigentlich hinmöchte. Meistens fährt der Bus aber erst dann ab, wenn er voll ist und alle 23 Passagiere geladen hat, die sich setzten können. Ähnlich wie die "Car Rapid" sind die weissen "Diag N’diaye", welche nebst dem Stadtverkehr auch für Überlandfahrten eingesetzt werden. Die "Diag N’diaye" sind ein bisschen grösser (was nicht mehrPlatz bedeutet) und für Reisen durchs Land recht billig.
Zum Schluss eines für das Thema viel zu kurzen Artikel noch die schwarz-gelben Taxis. Dies ist sicher der einfachste Weg um von A nach B zu kommen. Einfach bedeutet in diesem Fall leider auch relativ teuer für hiesige Verhältnisse. Weiter muss man vor der losfahrt zum Teil recht lang verhandeln um den Fahrtpreis abzumachen. Wenn man diesen nicht weiss und einfach einsteigt, wird es dann auch unglaublich teuer. Eine Taxifahrt ist aber trotzdem ein Erlebnis, da diese recht zerbeult sind und oft auch die Frontscheibe kaputt ist.
Wer in Dakar auf der Strasse unterwegs ist, sollte nicht in Eile sein und dem Treiben mit Gelassenheit zuschauen. Eine Verspätung ist sowieso vorgeplant aber das gehört nun mal zum täglichen Leben hier....



